Die kausale Therapie


Alleine in Deutschland leiden über 5 Mio. Menschen an der obstruktiven Schlafapnoe. Bei diesem Syndrom erleiden die Betroffenen nächtliche Atemaussetzer aufgrund einer Verengung (Obstruktion) der oberen Atemwege. Diese schwere Atemstörung führt dazu, dass das Herz- und Kreislaufsystem durch eine reduzierte Sauerstoffversorgung, permanent schwer belastet wird. Häufig sind Bluthochdruck, Schlaganfall oder Herzinfarkt die lebensbedrohlichen Konsequenzen. Als Standardtherapie wird in den allermeisten Fällen die nächtliche Überdruckbeatmung eingesetzt. Diese Therapie beseitigt jedoch nicht die Ursache, sondern behandelt lediglich die Symptome. Aus diesem Grund ist diese Therapie dauerhaft bis ans Lebensende einzusetzen. Hinzu kommt, dass mehrere klinische Studien eindeutig belegen, dass die Maskenbeatmung das durch Schlafapnoe erhöhte Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall nicht beseitigt.


Die Vorteile der Ursachenbeseitigung


kein überhöhtes Risiko für Herzinfarkt/Schlaganfall


verlängerte Lebenserwartung


kein Schnarchen mehr


wieder voll leistungsfähig


keine Maskentherapie mehr notwendig


Die obstruktive Schlafapnoe ist eine Volkskrankheit, die fast ausnahmslos an den Symptomen und nicht an deren Ursache behandelt wird. Den allermeisten Betroffenen ist nicht bekannt, dass das obstruktive Schlafapnoe Syndrom (OSAS) heilbar ist. Lesen Sie hier häufig gestellte Fragen zur kausalen Therapie und was unser Ärzteteam dazu sagt.

Häufige Fragen


  • Allgemeine Fragen zur Schlafapnoe
  • Fragen zur kausalen Therapie
  • Fragen zu symptomatischen Therapieformen
  • Fragen zur Finanzierung der kausalen Therapie
  • Fragen zu den Symptomen der Schlafapnoe
  • Fragen zu den (Folge-)Erkrankungen der Schlafapnoe
Allgemeine Fragen zur Schlafapnoe

Ab wann ist Schnarchen eigentlich gefährlich?

Wenn parallel zum Schnarchen auch längere Atemaussetzer festgestellt werden, handelt es sich um eine obstruktive Schlafapnoe. Diese gilt als behandlungswürdig, wenn pro Stunde mehr als 5 schlafbezogene Atmungsstörungen (Apnoen und Hypopnoen) festgestellt werden. Lautes und unregelmäßiges Schnarchen ist das sicherste akustische Erkennungsmerkmal einer obstruktiven Schlafapnoe.

Ist lautes Schnarchen gefährlicher als leises?

Ja, in jedem Fall. Je lauter das Schnarchen, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass eine obstruktive Schlafapnoe vorliegt.

Sehr häufig haben Schlafapnoiker ein kleines Kinn. Warum ist dies so und wie wirkt sich das aus?

Bei vielen Menschen sind Kinn bzw. Unterkiefer aufgrund einer Wachstumsstörung in der Kindheit zu wenig nach vorne gewachsen. Dadurch sitzt die Zunge im Rachenraum zu weit hinten. Im Schlaf, wenn die Muskulatur im Mund- und Rachenraum erschlafft, rutscht dann die Zunge nach hinten und blockiert die zu engen Atemwege. Dann kommt es zu lebensgefährlichen Atemstillständen, die vom Körper durch permanente Aufweckreaktionen beendet werden. Der Schlaf wird dadurch erheblich gestört und die Erholung negativ beeinträchtigt.

Was ist der Unterschied zwischen einer Apnoe und einer Hypopnoe?

Eine Apnoe ist ein Atemaussetzer, also ein Atemstillstand. Eine Hypopnoe ist eine Atemstörung, also ein Ereignis, bei dem es zu einer Verminderung des Atemflusses kommt.

Was ist eine obstruktive Schlafapnoe?

Schlafapnoe ist eine Krankheit, die durch Atemstillstände (Apnoen) während des Schlafs erkannt wird und in erster Linie durch eine ausgeprägte Tagesmüdigkeit bis hin zum Einschlafzwang (Sekundenschlaf) sowie einer Reihe weiterer Symptome und Folgeerkrankungen gekennzeichnet ist. Die weitaus häufigste Form der Schlafapnoe ist das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom (OSAS), welches durch eine Obstruktion (Verengung) der oberen Atemwege verursacht wird.

Wie erkenne ich, dass ich unter obstruktiver Schlafapnoe leide – sind das „nur“ die Atemaussetzer?

Es empfiehlt sich den Schlafapnoe Selbsttest auf unserer Webseite durchzuführen. Hierdurch erhalten Sie bereits nach 2 Minuten eine sehr sichere Indikation, ob eine behandlungswürdige Schlafapnoe vorliegt oder nicht. Zur zweifelsfreien Diagnose der Krankheit ist jedoch eine Polysomnografieuntersuchung (Schlaflaboruntersuchung) unbedingt notwendig. Technikaffine sollten sich die kostenlose Schnarchanalyse-App „snorelab“ (für Android oder Apple iOS) für das Smartphone herunterladen. Die App analysiert das nächtliche Schnarchverhalten und leitet daraus ab, ob und in welchem Schweregrad schlafbezogene Atmungsstörungen vorliegen könnten.

Was ist eine zentrale Schlafapnoe?

Das reine zentrale Schlafapnoe-Syndrom ist zum Glück sehr selten. Durch Schäden im zentralen Nervensystem, besonders im Atemzentrum, wird die Atemmuskulaturunzureichend gesteuert – das Gehirn „vergisst“ zu atmen. Die zentrale Apnoe ist meist erblich bedingt, kann aber auch aus neurologischen Schädigungen (z. B. Borreliose) resultieren.

Warum sind diese nächtlichen Atemaussetzer gefährlich?

Die Atemstillstände verursachen eine permanente Sauerstoffunterversorgung, die zu irreparablen Schäden des Gehirns und des Herz- und Kreislaufsystems führt. Schlaganfall und Herzinfarkt sind oft die Folge. Klinische Studien belegen eindeutig, dass Apnoe Patienten ein überdurchschnittliches Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko haben. Die Lebenserwartung unbehandelter Schlafapnoiker ist durch die Folgekrankheiten wie beispielsweise Bluthochdruck, Typ 2 Diabetes oder Adipositas (Fettleibigkeit) erheblich verkürzt.

Wie entstehen eigentlich diese Atemaussetzer?

Sehr viele Schlafapnoiker leiden unter einer Kieferfehlstellung bzw. einer suboptimalen Positionierung der Kiefer. Die am Unterkiefer angewachsene Zunge ist in diesen Fällen zu weit hinten im Rachenraum positioniert. Es verbleibt zu wenig Platz zwischen Zungengrund und Rachenvorderwand. Im Schlaf kollabiert die Muskulatur im Mund- und Rachenraum, die Zunge rutscht zurück und blockiert dann die zu engen oberen Atemwege.  Es kommt zum vorrübergehenden Verschluss. Um einen plötzlichen Erstickungstod zu vermeiden, werden vom Gehirn gesteuert Stresshormone wie Adrenalin und Kortisol ausgeschüttet. Diese verursachen stetige Aufweckreaktionen. Ein erholsamer Schlaf ist dann nicht mehr möglich.

Kann man auch unter einer Schlafapnoe leiden, wenn man nicht schnarcht?

Ja, das ist leider möglich, allerdings sehr selten.

Fragen zur kausalen Therapie

Ist die operative Therapie zur Heilung der Schlafapnoe gefährlich?

Die Operation ist ein Routineeingriff in der MEOCLINIC. Das Operationsteam um Prof. Hoffmeister besitzt über 30jährige Erfahrung in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie und ist ausschließlich auf die kausale Therapie der Schlafapnoe spezialisiert. Die Operation selbst ist belegbar sehr deutlich weniger gefährlich, als die lebensbedrohliche Situation, welche sich aus dem durch die Schlafapnoe erhöhten kardiovaskulären Risiko (Herzinfarkt, Schlaganfall) ergibt.

Was wird in dieser OP eigentlich ganz genau gemacht?

In der Operation wird die Ursache der schlafbezogenen Atmungsstörung beseitigt. Dies geschieht durch die Erweiterung der zu engen oberen Atemwege. Hierbei werden Ober- und Unterkiefer vorverlagert und gegen den Uhrzeigersinn gedreht (Rotation) und somit der sogenannte „Posterior Airway Space“ dauerhaft erweitert. Nächtliche Apnoen (Atemaussetzer) und Hypopnoen (Verminderung des Atemflusses) sind dann kaum noch möglich.Der Patient ist für immer von der Schlafapnoe geheilt. Um eine genaue Vorstellung vom Ablauf der Operation zu erhalten, sehen Sie sich das Video auf der Seite Therapie an.

Welche Komplikationen können nach der OP auftreten?

Nach der OP treten regelmäßig starke Schwellungen auf. Häufig kommt es auch zur Ausbildung von Hämatomen (Blutergüsse/blaue Flecken). Die Schwellungen und Hämatome bilden sich innerhalb von 2 bis 5 Wochen nach der OP vollständig zurück. In sehr seltenen Fällen kann es nach der Operation zu Infektionen kommen, da im Mundraum nicht steril operiert werden kann. Durch den Einsatz von Antibiotika wird dieses Risiko jedoch auf ein Minimum reduziert. Vor der OP werden Sie vom behandelnden Arzt ausführlich über mögliche Komplikationen aufgeklärt.

Wie lange dauert die OP – bzw. die Narkose?

Die Dauer ist abhängig von der individuellen Situation. Im Durchschnitt dauert die OP zwischen 2 bis 3 Stunden und findet unter Vollnarkose statt (Allgemeinanästhesie/Intubationsnarkose).

Welche Auswirkungen hat die Operation auf mein äußeres Erscheinungsbild?

Die Operation beseitigt eine Kieferfehlstellung oder zumindest eine für die Atmung ungünstige Position der Kiefer. Die Operation erweitert die oberen Atemwege dauerhaft. Damit verbunden ist eine ästhetische Verbesserung, da die Kieferfehlstellung beseitigt wird. Fast immer verursachen die neu positionierten Kiefer eine markantere Gesichtsform. Die ästhetische Verbesserung ist eine „Nebenwirkung“ der kausalen Therapie.

Entstehen nach der Operation sichtbare Narben?

Nein, da die Operation komplett vom Mundraum aus durchgeführt wird.

Wie und wo ist wissenschaftlich belegt, dass die OP die obstruktive Schlafapnoe heilt?

Dies belegt eine in 2009 veröffentliche Metastudie. Die Stanford University School of Medicine in Kalifornien analysierte die Daten von 627 Patienten, die mittels Kiefervorverlagerung operiert wurden. Im Durchschnitt wurde eine Reduzierung des Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) um 86,0% erreicht. Eine vollständige Heilung (AHI unter 5 pro Stunde) wurde in 43,2% aller Fälle erreicht. Der Therapieeffekt war in den Serien mit Langzeitdaten auch nach mehr als 2 Jahren noch unverändert vorhanden. Die Metastudie kommt zu dem Ergebnis, dass Osteotomien zur Vorverlagerung von Ober- und Unterkiefer nicht nur eine sichere Behandlungsform darstellen, sondern insbesondere auch eine hocheffektive Therapieform der obstruktiven Schlafapnoe.

Ist die Operation schmerzhaft?

Die operierten Patienten beschreiben den Eingriff als „schmerzarm“. Die Schmerzintensität wird mit dem Ziehen von 4 Weisheitszähnen gleichzeitig verglichen. Die Patienten erhalten nach der OP für maximal 1-3 Tage schmerzstillende Medikamente. Als sehr unangenehm empfinden die meisten Operierten die starken Schwellungen, die postoperativ auftreten.

Besteht durch die Operation die Gefahr, dass der im Unterkiefer verlaufende Nerv dauerhaft in Mitleidenschaft gezogen werden könnte?

Nein, durch die Verwendung eines Ultraschall-Osteotoms (Piezochirurgie) ist es kaum möglich, den im Unterkiefer verlaufenden Nerv zu verletzen. Das Piezogerät kann nur knöcherne Strukturen trennen, jedoch keine Nerven oder andere wichtige weichgewebliche Strukturen. Eine Verletzung des Nervs ist damit wenig wahrscheinlich.

Beseitigt die Operation auch das Schnarchen

Das meist laute und unregelmäßige Schnarchen wird durch die Verengung der oberen Atemwege verursacht. Die Operation beseitigt die Obstruktion (Verengung) der Atemwege. Das Schnarchen ist damit in den meisten Fällen für immer beseitigt.

Bis zu welchem Alter macht diese OP Sinn?

Unter rein medizinischen Gesichtspunkten ist die kausale Therapie immer angezeigt, da sie die einzige Möglichkeit darstellt, um das durch die Schlafapnoe erhöhte kardiovaskuläre Risiko (Herzinfarkt, Schlaganfall) auf Normalniveau zu reduzieren. Es gibt jedoch eine Altersbegrenzung von 75 Jahren, bis zu der die MEOCLINIC diese Operation in der Regel durchführt. Voraussetzung hierfür ist, dass der Apnoe Patient die entsprechenden Voruntersuchungen für die Narkosefähigkeit zufriedenstellend besteht. Hinsichtlich der kardiovaskulären Vorbelastung darf beim Patienten ein bestimmtes Höchstmaß nicht überschritten werden. Im Rahmen der Voruntersuchung wird der behandelnde Arzt darüber informieren.

Ab welchem Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) sollte diese OP durchgeführt werden?

Dies kann pauschal nicht beantwortet werden. Es ist davon auszugehen, dass ab einem AHI von größer als 10 pro Stunde eine relevante und behandlungswürdige Schlafapnoe vorliegt. Ob die kausale Therapie sinnvoll und empfehlenswert ist, wird im Rahmen des Untersuchungstermins vom behandelnden Arzt abgeklärt. Es gibt bei leichtgradiger Schlafapnoe auch andere nicht invasive Therapiemöglichkeiten, wie z.B. die Rückenlageverhinderungsstrategie oder der Einsatz einer Unterkieferprotrusionsschiene (UPS).

Behandelt die MEOCLINIC auch die zentrale Schlafapnoe?

Nein, diese bedarf einer neurologischen Behandlung. Bei der zentralen Schlafapnoe ist die Ursache kein „mechanisches Problem“, sondern ein Neurologisches. Insofern würde die Operation keinen Sinn ergeben.

Wie lange ist man nach der OP krankgeschrieben?

Dies hängt vom individuellen Einzelfall ab. Die Operierten werden im Durchschnitt für 3 bis 4 Wochen krankgeschrieben. Die Arbeitsfähigkeit hängt insbesondere von der beruflichen Tätigkeit des Patienten ab.

Ist nach der Operation die Einnahme irgendwelcher Tabletten notwendig?

Die operierten Patienten erhalten während des Aufenthaltes in der Klinik Antibiotika, schmerzstillende Medikamente, und Mittel zum Abschwellen.

Wie lange bleiben die Schwellungen nach der OP?

Die Schwellungen bauen sich nach etwa 7 Tagen wieder langsam ab und sind in der Regel nach etwa 3 bis 5 Wochen fast vollständig verschwunden.

Mit welchen Nachwirkungen (außer Schwellungen) ist nach der Operation zur rechnen?

Es kommt nach der OP gelegentlich zu Hämatomen. Diese „blauen Flecken“ verschwinden nach etwa 1 bis 2 Wochen wieder vollständig. Darüber hinaus wird es nach dem Eingriff nahezu ausnahmslos zu einem mehr oder weniger stark ausgeprägten Taubheitsgefühl im Bereich der Unterlippe und des Kinns kommen. Verantwortlich hierfür ist ein Nerv, der im Unterkiefer verläuft und die Unterlippe und das Kinn mit Gefühl versorgt. Er tritt an 2 Stellen aus dem Kiefer aus und versorgt die Weichgewebestrukturen mit Sensibilität. Dieser Nerv ist sehr empfindlich und wird bei dem operativen Eingriff gelegentlich traumatisiert. Dies ist jedoch reversibel und die vollständige Nervenregeneration ist meist nach 3-12 Monaten vollständig abgeschlossen.

Wie lange dauert es, bis man wieder körperlich vollständig belastbar ist?

Dies ist vom individuellen Heilungsverlauf, vom Alter und auch von der beruflichen Tätigkeit abhängig. In der Regel sind die Operierten etwa 8 Wochen nach der OP wieder voll belastbar.

Warum geht es den Schlafapnoe Betroffenen nach der Operation so viel besser?

Die Operation erweitert die oberen Atemwege dauerhaft. Die Operierten erhalten nach dem Eingriff deutlich mehr Luft und dadurch mehr Sauerstoff. Die Atmungsfunktion wird hierdurch wesentlich erleichtert. Die Schlafqualität und insbesondere die Schlafeffizienz verbessern sich ohne die nächtlichen Atemstillstände ganz entscheidend. Der Schlaf ist jetzt nicht mehr fragmentiert und damit viel erholsamer. Die Operierten sind nach dem Eingriff wesentlich leistungs- und antriebsstärker, verspüren ein erhöhtes Konzentrationsvermögen und eine merklich gesteigerte Stressresistenz. Die Tagesmüdigkeit verschwindet und die allgemeine Lebensqualität erreicht ein bisher nicht gekanntes Ausmaß.

Haben die erweiterten Atemwege auch Nachteile?

Nein.

Können nach der OP andauernde Beeinträchtigungen vorkommen, wie z.B. Schwierigkeiten beim Sprechen, Kauen oder Schlucken?

Die genannten Beeinträchtigungen können unmittelbar nach der OP vorkommen, verschwinden aber nach kurzer Zeit meist innerhalb von 2 bis 3 Wochen.

Welche Lebensmittel können nach der Operation gegessen werden?

Direkt nach der OP ist es nur möglich flüssige Kost zu sich zu nehmen. Nach etwa einer Woche kann bereits breiige oder pürierte Kost verzehrt werden.

Wann kann man wieder alles „normal“ essen?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Dies ist insbesondere vom individuellen Heilungsverlauf abhängig. Die Verknöcherung der Kiefer (Wieder-Zusammenwachsen der Kiefer), welche in der OP mittels Piezochirurgie getrennt wurden, ist im Normalfall nach 6 Wochen abgeschlossen. Zu diesem Zeitpunkt können die Kiefer jedoch noch nicht wieder zu 100% belastet werden. Die Praxis zeigt, dass man nach etwa 8 bis 10 Wochen wieder „normal“ essen kann, also auch harte Speisen kauen kann.

Wie viele Tage beträgt der Klinikaufenthalt nach dieser OP?

Der Aufenthalt in der MEOCLINIC beträgt im Normalfall 7-10 Tage.

Wird für einen Untersuchungstermin in der MEOCLINIC eine Überweisung vom Hausarzt benötigt?

Die MEOCLINIC ist eine Privatklinik. Eine Überweisung vom Hausarzt ist daher nicht nötig, aber natürlich möglich.

Wie hoch ist im Durchschnitt die Infektionsquote bei den bisher durchgeführten Schlafapnoe Operationen?

Die Infektionsquote bei dieser Operation liegt bei deutlich unter 3%. In diesen sehr seltenen Fällen wird die Heilung von der Schlafapnoe zeitlich verzögert. Der endgültige Heilungserfolg wird jedoch hiervon nicht beeinflusst.

Wie ist nach der OP meine Zahnstellung? Ist der Zusammenbiss von Ober- und Unterkiefer auch nach der Operation noch in Ordnung?

Während der Operation wird der Kieferkomplex als Einheit dreidimensional bewegt. Dies bedeutet, dass die vorhandene Zahnstellung durch den operativen Eingriff nicht verändert wird. Liegt hingegen ein nicht intaktes Zusammenwirken von Ober- und Unterkiefer (Okklusionsstörung) vor, so wird während der Operation auch der Zusammenbiss von Ober- und Unterkiefer korrigiert.

Aus welchem Grund ist es sehr wahrscheinlich nach der Operation deutlich an Gewicht zu verlieren?

Dafür gibt es zwei Gründe: Zum einen können die Operierten etwa 6 Wochen nach dem Eingriff nur flüssige, pürierte oder breiige Nahrung zu sich nehmen. Dies führt meist zwangsläufig zu einer Gewichtsabnahme. Zum anderen verursacht die deutlich verbesserte Sauerstoffversorgung, die der operative Eingriff erreicht, eine merkliche Verbesserung des Stoffwechsels (Metabolismus). Daraus ergibt sich eine effizientere Umwandlung der aufgenommenen Lebensmittel in Energie. Bildlich gesprochen werden durch die bessere Sauerstoffversorgung mehr Nahrungsbestandteile „verbrannt“ und müssen somit nicht in Form von Fettdepots im Körper eingelagert werden. Die Folge dieses Prozesses ist eine Gewichtsreduzierung.

Wo liegen die Unterschiede zwischen der Kiefervorverlagerung mit Rotation und ohne Rotation? Welche Vorteile hat das Rotationsverfahren?

Bei der Kiefervorverlagerung ohne Rotation werden Ober- und Unterkiefer ausschließlich horizontal nach vorne verlagert. Die Vorverlagerung ist aufgrund anatomischer Gegebenheiten im Oberkieferbereich auf etwa 10 mm begrenzt. Dies ist meist nur ausreichend, um eine leicht- bis mittelgradige Schlafapnoe zu heilen. Verlangt hingegen der Schweregrad der Schlafapnoe eine größere Kiefervorbewegung, kommt die Rotationsmethode zum Einsatz. Der Kieferkomplex wird nach vorne bewegt und gleichzeitig gedreht (rotiert). Bei dieser Methode kann der Unterkiefer um bis zu 25 mm nach vorne bewegt werden. Dies ist auch bei schwergradiger Schlafapnoe ausreichend, um eine dauerhafte Beseitigung der nächtlichen Atemstörungen sicherzustellen. Bei dieser Variante wird die maximal mögliche Öffnung der oberen Atemwege erreicht. Als weiterer Vorteil ist zu nennen, dass die Rotation der Kiefer ein ästhetisch deutlich besseres Ergebnis erzielt, als die ausschließlich horizontale Vorverlagerung der Kiefer. Die häufig sehr unästhetische Protrusion des Oberkiefers und der Oberlippe direkt unterhalb des Nasenbereiches wird bei der Rotationsmethode vermieden, da durch die Drehbewegung der Oberkiefer nicht unnatürlich weit nach vorne bewegt werden muss.

Fragen zu symptomatischen Therapieformen

Kann eine Überdruckbeatmungsmaske nicht genauso gut helfen wie die Operation?

Die Überdruckbeatmungsmaske (CPAP-Maske) ist mit Abstand die erfolgreichste symptomatische Therapieform bei Schlafapnoe. Sie gilt als sogenannter „Goldstandard“. Wer die Atemmaske gut verträgt, wird in den allermeisten Fällen die Tagesmüdigkeit vollständig zurückdrängen können. Allerdings beseitigt die CPAP-Maske nicht die Ursache der Atemaussetzer, sondern unterdrückt nur deren Symptome. Eine Heilung wird mit der Überdrucktherapie nicht erreicht. Noch schwerer wiegt die wissenschaftlich belegte Tatsache, dass die Maskenbeatmung das durch Schlafapnoe erhöhte kardiovaskuläre Risiko (Herzinfarkt, Schlaganfall) nicht beseitigt. Der CPAP-Nutzer hat folglich im Durchschnitt eine verkürzte Restlebenserwartung im Vergleich zum Nicht-Apnoiker.

Was ist eine Unterkieferprotrusionsschiene, die angeblich auch sehr gut gegen Schlafapnoe helfen soll?

Eine sog. Unterkieferprotrusionsschiene, auch Zahnschiene genannt, ist ein Hilfsmittel, welches in einem vergleichsweise geringen Umfang den Unterkiefer nach vorne verlagert und von Zahnärzten individuell angepasst wird. Hierbei werden die oberen Atemwege nur geringfügig erweitert, da die Unterkiefervorverlagerung im Durchschnitt nur 3 bis 6 Millimeter beträgt. Dies kann nur bei leichtgradiger Schlafapnoe für eine gewisse Linderung der Symptome sorgen. Bei mittel- bis schwergradiger Schlafapnoe reicht die Benutzung der Zahnschiene häufig nicht mehr aus, um adäquate Therapieerfolge zu erreichen.

Was ist ein Zungenschrittmacher – wie funktioniert er und macht diese Therapie Sinn?

Der Zungenschrittmacher (Pulsgenerator) hat wie der Herzschrittmacher eine integrierte Batterie und zwei Elektroden, wobei eine am Zungennerv, die andere über dem Zwerchfell eingesetzt wird. Eine Sonde registriert, wenn die Zunge die oberen Atemwege blockiert. Dann sendet das Gerät einen Stromimpuls an den Zungennerv und die Zungenmuskulatur wird aktiviert. Die Zunge soll sich dann nach vorne strecken und so die blockierten Atemwege wieder freigeben. Beim genannten Verfahren handelt es sich um eine rein symptomatische Therapie, die die Schlafapnoe Symptome zu einem gewissen Teil unterdrückt, aber nicht deren Ursache beseitigt. Eine klinische Studie mit 126 Patienten, die im „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht wurde, zeigte, dass der implantierbare Pulsgenerator die Anzahl der Atemaussetzer im Durchschnitt lediglich um 68% verringerte. Damit ist diese symptomatische Therapieform deutlich weniger erfolgreich, als die als „Goldstandard“ geltende Überdruckbeatmungstherapie. Es zeigt sich, dass der überwiegende Teil der Apnoe Patienten auch mit Benutzung des Zungenschrittmachers nicht beschwerdefrei ist.

Es wird behauptet, dass die CPAP-Behandlung zu einem Überdruck in der Lunge führt. Ist das korrekt?

Das ist richtig, die Überdruckbehandlung führt zu einem erhöhten Druck in den Lungenbläschen. Das Herz muss daher das Blut durch die Lunge mit einem erhöhten Blutdruck pumpen. Der erhöhte Blutdruck unter CPAP-Behandlung führt dabei zu weiteren negativen Folgen: Die Niere reagiert bei erhöhtem Blutdruck mit verstärkter Urinausscheidung, um den Blutdruck zu senken. Häufiger nächtlicher Harndrang ist die Folge.

Warum können andere Operationsmethoden die Schlafapnoe nicht heilen?

Zur Therapie der Schlafapnoe gibt es sehr viele unterschiedliche Operationsmethoden. Die meisten Operationen sind dem Fachgebiet der Hals- Nasen- und Ohrenheilkunde zuzuordnen und zeichnen sich allesamt durch Eingriffe in Weichgewebestrukturen (Zäpfchen kürzen, Gaumensegel straffen, Zunge verkleinern, Rachenmandeln entfernen etc.) aus. Auf Basis der Ergebnisse aus klinischen Studien haben diese „Weichgewebeoperationen“ eine stark unterdurchschnittliche Erfolgsquote. Dauerhafte Heilung wird nicht erreicht, bestenfalls ist kurz- bis mittelfristig eine mehr oder weniger starke Abschwächung der Schlafapnoe Symptome zu verzeichnen. Grund hierfür ist die Tatsache, dass das operierte Gewebe einem ständigen Anpassungsprozess unterworfen ist. Eine dauerhafte Erweiterung der oberen Atemwege ist somit durch diese Operationstechniken nicht möglich. Zudem gelten diese operativen Therapien als besonders schmerzhaft. Des Weiteren verursachen derartige Eingriffe nicht selten auch Funktionsschädigungen wie Sprachstörungen, nasale Stimmlage oder Flüssigkeitsaustritt durch die Nase (beim Schlucken). Die einzige kausale Therapie, die dauerhafte Heilung von der Schlafapnoe erreicht, ist dem Fachbereich der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie zugeordnet. Hier wird im Unterschied zu den vorgenannten Methoden operativ in die skelettale Struktur (Knochenstruktur) eingegriffen. Durch die Verlagerung beider Kiefer werden die oberen Atemwege dauerhaft erweitert, da die neupositionierten Kiefer gleichzeitig auch zu einer Vorverlagerung der Zunge, des Gaumens und der Gaumenbögen führen. Das Luftdurchflussvolumen der Atemwege erhöht sich sehr deutlich und der sogenannte Posterior Airway Space ist für immer vergrößert. Nächtliche Apnoen (Atemaussetzer) und Hypopnoen (Verminderung des Atemflusses) sind dann kaum möglich.

Fragen zur Finanzierung der kausalen Therapie

Was kostet die Operation zur Heilung meiner Schlafapnoe?

Die Kosten sind abhängig von der individuellen Komplexität und Dauer der OP und variieren deshalb von Patient zu Patient. Die Private Krankenversicherung übernimmt die Kosten dieser Operation, da privat Krankenversicherte Patienten einen Rechtsanspruch auf kausale Therapie (Heilung einer Erkrankung) haben. Private Krankenzusatzversicherungen übernehmen je nach Vertragsregelung mehr oder weniger große Kostenanteile der OP. Die Gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die OP-Kosten ausschließlich nur dann, wenn sie den OP-Kostenübernahmeantrag nicht innerhalb der gesetzlich geregelten Frist von 3 bzw. 5 Wochen bearbeitet hat, und es hierdurch zu einer sog. „Fiktiven Genehmigung“ gekommen ist. Die von der Krankenkasse oder Privaten Zusatzversicherung nicht übernommenen Kostenanteile können regelmäßig als sog. „Außergewöhnliche Belastung“ steuerlich in Abzug gebracht werden.

Ist der Operationspreis verhandelbar?

Nein, eine Rabattierung ist gesetzlich ausgeschlossen. Die MEOCLINIC rechnet als Privatklinik die Behandlungskosten gem. der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ab.

Kostet jede OP das Gleiche?

Nein, die jeweils vorliegende individuelle Situation des Betroffenen beeinflusst den Kostenrahmen. Ausschlaggebend ist letztlich der tatsächliche Operationsaufwand in der Klinik. Besonders die Länge der OP und die Komplexität im Einzelfall beeinflussen den Kostenrahmen.

Bietet die MEOCLINIC Unterstützung bei einer notwendigen Finanzierung der OP?

Ja, wir sind unseren Patienten gerne bei einer Finanzierung der Operation behilflich. Sprechen Sie uns direkt an, damit wir Sie unterstützen können, um die für Sie individuell bestmögliche Finanzierungslösung zu finden.

Entstehen neben der eigentlichen Operation noch weitere Kosten?

Etwa 6 bis 9 Monate nach der (Haupt-)Operation findet die operative Entfernung des Osteosynthesematerials (Schrauben, Platten) statt. Die Kosten hierfür wird die MEOCLINIC separat in Rechnung stellen. Ggf. ist nach der operativen Therapie eine kieferorthopädische Nachbehandlung notwendig. Die hierfür anfallenden Kosten berechnet der behandelnde Kieferorthopäde des Patienten vor Ort.

Bezahlt die OP meine gesetzliche Krankenversicherung?

Gesetzlich Versicherte haben nach § 12 Sozialgesetzbuch (SGB) V nur Anspruch auf Leistungen, die „ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich“ sind. Die Therapieform darf das Maß des Notwendigen nicht überschreiten. Leistungen, die nicht notwendig oder wirtschaftlich sind, können Versicherte nicht beanspruchen und dürfen die (gesetzlichen) Krankenkassen nicht bewilligen. Im SGB ist explizit kein Rechtsanspruch auf eine kausale Therapie, und damit auf Heilung einer Krankheit, verankert. Die operative Therapie zur Heilung der Schlafapnoe ist im Vergleich zur Symptombehandlung (z.B. CPAP-Therapie) „nicht wirtschaftlich“. Auf dieser Basis versagen die Gesetzlichen Kassen die Kostenübernahme für die kausale Therapie regelmäßig. Eine vollständige Kostenübernahme für die Operation „durch die Hintertür“ ist nur im Rahmen einer sog. „Fiktiven Genehmigung“ auf Basis des § 13 Abs. 3a SGB V möglich. Dort ist geregelt, dass die Kasse über einen Kostenübernahmeantrag innerhalb einer Frist von 3 Wochen bzw. 5 Wochen nach Antragseingang zu entscheiden hat. Erfolgt dies nicht, gilt die beantragte Leistung nach Ablauf der Frist als genehmigt. Beschaffen sich die Leistungsberechtigten nach Ablauf der Frist die erforderliche Leistung selbst, ist die Krankenkasse zur Erstattung der hierdurch entstandenen Kosten gesetzlich verpflichtet.

Übernimmt meine private (Kranken-)Zusatzversicherung einen Teil der OP-Kosten?

Dies lässt sich nicht pauschal beantworten. Grundsätzlich ist eine private Krankenzusatzversicherung von Vorteil. Die Kostenübernahme der Zusatzversicherung hängt von der individuellen Vertragsgestaltung und insbesondere vom vertraglich geregelten Leistungsumfang des Versicherungsvertrages ab.

Bezahlt meine Private Krankenversicherung diese OP?

Die Private Krankenversicherung übernimmt die Kosten dieser Operation, da privat Krankenversicherte Patienten einen Rechtsanspruch auf kausale Therapie (Heilung einer Erkrankung) haben. Darüber hinaus ist die kausale Therapie medizinisch notwendig, da sie die einzige Möglichkeit darstellt, um das durch Schlafapnoe erhöhte kardiovaskuläre Risiko (Herzinfarkt, Schlaganfall) auf das Niveau eines Nicht-Apnoikers zu reduzieren.

Muss ich vor der OP bei meiner Privaten Krankenversicherung um Kostenübernahme bitten?

Sie sind nicht verpflichtet dies zu tun, die MEOCLINIC empfiehlt dies jedoch. Sie erhalten, falls die kausale Therapie für Sie in Frage kommt, von der MEOCLINIC einen ausführlichen ärztlichen Befundbericht und einen Kostenvoranschlag. Diese Dokumente sind zur Genehmigung an die Private Krankenversicherung weiterzuleiten.

Entstehen für den ersten Untersuchungstermin in der MEOCLINIC bereits Kosten und wenn ja, wie hoch sind diese?

Zur Untersuchung der Ursachen für die nächtlichen Apnoen und Hypopnoen wird eine umfangreiche 3D-Atemwegsanalyse mittels hochauflösendem 3D-DVT (Digitale Volumentomographie) durchgeführt. Die Gesetzliche Krankenkasse zahlt jedoch als bildgebendes Untersuchungsverfahren lediglich ein einfaches seitliches Fernröntgenbild (FRS). Das Fernröntgenbild ist lediglich zweidimensional und meist nicht präzise genug, um exakt die Ursache der nächtlichen Atemstörungen lokalisieren zu können. Die MEOCLINIC ist deshalb gezwungen einen Teil der Mehrkosten für die besser geeignete 3D-DVT-Untersuchung gem. der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abzurechnen. Ein Teil der Untersuchungskosten wird dabei von der MEOCLINIC übernommen. Für den gesetzlich versicherten Patienten entstehen einmalig Kosten von unter 120,00 Euro. Privat Krankenversicherte Patienten bekommen die Untersuchungskosten vollständig von ihrer Privaten Krankenversicherung erstattet.

Fragen zu den Symptomen der Schlafapnoe

Warum schwitzen Schlafapnoiker nachts oft so stark?

Durch die ständigen Atemaussetzer und permanenten Erstickungsanfälle muss der Körper jede Nacht Schwerstarbeit leisten, um die mechanisch blockierte Atmung wieder in Gang zu setzen. Dies bedeutet für den Körper eine Belastung, die mit sportlicher Betätigung vergleichbar ist. Das nächtliche Schwitzen ist dann die Folge dieser körperlichen Dauerbelastung.

Warum müssen Schlafapnoiker nachts so häufig auf die Toilette?

Bei Schlafapnoikern werden nachts vermehrt Stresshormone wie Adrenalin und Kortisol ausgeschüttet. Diese lassen den Blutdruck im Schlaf in die Höhe schießen und setzen Zuckerreserven aus der Leber frei. Durch diese nächtliche Dauerbelastung wird der Blutzuckerspiegel permanent erhöht. Ein zu hoher Blutzuckerspiegel verursacht oft eine Nierenüberfunktion, was die Blase füllt. Zusätzlich entstehen Durstgefühle, also ein „trockener Mund“, was zu einer übermäßigen Flüssigkeitsaufnahme verleitet. Dadurch müssen Apnoe Patienten dann häufig auf die Toilette.

Angeblich dürfen Schlafapnoiker wegen der Gefahr von Sekundenschlaf gar nicht Auto fahren. Sie würden sich strafbar machen. Auch die Versicherung soll im Falle eines Unfalles nicht bezahlen. Wie ist die rechtliche Ausgangslage tatsächlich?

Tatsächlich ist der eigene Versicherungsschutz gefährdet, wenn ein Autofahrer mit einer unbehandelten Schlafapnoe am Straßenverkehr teilnimmt. So urteile das Landgericht Hannover, dass die eigene Kfz-Kaskoversicherung nicht zahlen muss, wenn ein Unfall durch Sekundenschlaf infolge einer unbehandelten Schlafapnoe verursacht wurde. Ein Schlafapnoiker, der nicht therapiert, darf selbst kein Kraftfahrzeug lenken. Der Verlust der Fahrerlaubnis droht im schlimmsten Fall. In Deutschland gilt nach § 315c StGB der Sekundenschlaf mit Unfallfolge sogar als Straftat. Es handelt sich dabei um eine Gefährdung des Straßenverkehrs infolge körperlicher Mängel, welche mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren oder mit Geldstrafe belegt wird. Rechtlich unbedenklich ist hingegen die Teilnahme am Straßenverkehr dann, wenn der Apnoiker seine Erkrankung im Rahmen der ärztlichen Verordnung konsequent therapiert (z.B. mit einer CPAP-Maske).

Fragen zu den (Folge-)Erkrankungen der Schlafapnoe

Warum soll sich mein Blutdruck absenken, wenn ich diese Operation durchführen lasse?

Schlafapnoiker leiden fast immer unter nächtlich erhöhtem Blutdruck. Die nächtlichen Atemstillstände lösen die Ausschüttung von Stresshormonen wie Adrenalin und Kortisol aus, die gleichzeitig Bluthochdruckspitzen erzeugen. Der Körper reagiert auf die Stresshormonausschüttung mit andauernden nächtlichen Aufweckreaktionen (sog. Arousals), die dann die Atmung wieder in Gang setzen. Die Operation erweitert die oberen Atemwege und beseitigt damit die Ursache der nächtlichen Atemaussetzer. Die Ausschüttung der Stresshormone unterbleibt und der Blutdruck normalisiert sich in Folge.

Wie kann diese OP gegen Diabetes Typ2 helfen?

Schlafapnoiker haben ein deutlich erhöhtes Risiko an Typ 2 Diabetes zu erkranken. Die Atemstillstände im Schlaf werden durch Aufweckreaktionen des Körpers beendet, die wiederum die Folgen der nächtlichen Ausschüttung von Stresshormonen (Adrenalin, Kortisol) darstellen. Diese Stresshormone reduzieren die Wirkung des körpereigenen Insulins, das für die Regulierung des Blutzuckerspiegels verantwortlich ist. Die Kieferumstellungsosteotomie beseitigt die Ursache der nächtlichen Atemaussetzer. In Folge unterbleibt die Freisetzung der Stresshormone im Schlaf. Durch die kausale Therapie reduziert sich somit die zukünftige Wahrscheinlichkeit an Typ 2 Diabetes zu erkranken.

Warum macht Schlafapnoe eigentlich depressiv – wie hängt dies zusammen?

Klinische Studien haben statistisch signifikant bewiesen, dass es einen Zusammenhang zwischen Schlafapnoe und schweren Depressionen gibt. Schlafbezogene Atmungsstörungen führen zu andauernden Aufweckreaktionen des Körpers, was wiederrum einen erholsamen und effizienten Schlaf unmöglich macht. Die schlechte Schlafqualität führt häufig zu Depressionen, die die Lebensqualität der Betroffenen stark negativ beeinträchtigen. Im menschlichen Gehirn regeln Nervenbotenstoffe wie Serotonin und Noradrenalin nicht nur den Wach- und Schlafzustand, sondern auch den Gemütszustand. Ein gestörter Schlaf führt zu Ausfällen in den zuständigen Nervenzentren. Dies kann verheerende Auswirkungen auf die Psyche haben.

Angeblich soll Schlafapnoe zu Übergewicht oder sogar zu Fettleibigkeit führen. Wie verhalten sich die Zusammenhänge?

Nicht nur eine übermäßige Kalorienaufnahme und Bewegungsmangel führen zu Übergewicht oder Fettleibigkeit, sondern auch die sogenannte Hypoxie. Als Hypoxie bezeichnet man die Mangelversorgung des menschlichen Körpergewebes mit Sauerstoff. Hypoxie ist folglich eine typische Konsequenz aus einer Verengung der oberen Atemwege. Die verengten Luftwege bewirken, dass mit jedem Atemzug weniger Atemluft, und damit auch weniger Sauerstoff, in den Körper gelangt. Die Folge ist eine Verschlechterung der Zellatmung, bei der über die Nahrung aufgenommene Kohlehydrate und Fette in Energie umgewandelt werden. Der Stoffwechsel (Metabolismus) bei der Zellatmung funktioniert ähnlich wie die Verbrennung von Benzin in einem Verbrennungsmotor. Auch hier wird Sauerstoff als Oxidationsmittel genutzt. Diese „Verbrennung“ läuft beim Schlafapnoiker merklich schlechter, da die für einen optimalen Metabolismus benötigte Sauerstoffmenge in den Körperzellen nicht zur Verfügung steht. Nicht „verbrannte“ Nahrungsbestandteile werden dann in Form von Fettdepots im Körper eingelagert. Auf mittel- bis langfristige Sicht werden die Folgen dieses Prozesses dann als Übergewicht oder sogar als Fettleibigkeit bezeichnet. Der wissenschaftliche Nachweis, dass Hypoxie die Wahrscheinlichkeit einer Gewichtszunahme deutlich erhöht, wurde in einer in 2012 veröffentlichten Studie erbracht.


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